Christian Friedrich Hunold - MENANTES

Hellmuth Opitz mit dem Menantes-Preis für erotische Dichtung 2016 ausgezeichnet

Der Publikumspreis ging an die Wienerin Ingrid Svoboda


Hellmuth Opitz aus Bielefeld hat den zum sechsten Mal vergebenen „Menantes-Preis für erotische Dichtung“ gewonnen. Eine Jury hatte aus Gedichten und Kurzgeschichten von 507 Autoren aus 16 Ländern fünf Finalisten ausgewählt, die am Samstag Abend ihre Texte im Pfarrhof von Wandersleben bei Gotha lasen..
LP Das Publikum vergab seinen Preis an Ingrid Svoboda. Die 75jährige Wienerin begeisterte mit konkreter Poesie – einer nahezu dadaistischen Performance von Liebesschwüren, -stöhnen und -klagen, das für viel Heiterkeit und Applaus sorgte. Weitere Finalisten waren Michel Hüttenberger (Stedesdorf), Dagmar Scherf (Friedrichsdorf) und David Lode (Berlin). Die Texte der Finalisten werden im Oktober-Heft der Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ erstveröffentlicht. Eine Anthologie mit den besten 33 Beiträgen zum Menantes-Preis erscheint im Herbst im quartus-Verlag Bucha bei Jena. Das Preisgeld (2000 EUR für den Menantes-Preis und 500 EUR für den Publikumspreis) wird vom Menantes-Förderkreis der Kirchgemeinde Wandersleben gestiftet. Der Preis ist nach Christian Friedrich Hunold benannt, der um 1700 unter dem Pseudonym Menantes „galante“ Romane, Gedichte, Opern und Konversationsbücher schrieb. Seine Texte wurden von Reinhard Keiser und Johann Sebastian Bach vertont. Doch der einst viel gelesene Autor geriet Ende des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit. Die Kirchgemeinde in Wandersleben, wo Hunold 1680 geboren wurde, hat ihn wiederentdeckt und in Zusammenarbeit mit dem Palmbaum e.V. eine Menantes-Gedenkstätte eingerichtet. Der Menantes-Preis für erotische Dichtung wird seit 2005 alle zwei Jahre ausgeschrieben.
 

Begründung der Jury für die Preisvergabe:
Liebesgedichte ohne Herz=Schmerz=Pathos, mit unverbrauchten Bildern, leicht wie ein Sommerwind und dennoch präzise, mit überraschenden Wendungen, sinnlich und intelligent – wo gibt es so etwas heute noch? Bei Hellmuth Opitz, der seiner Geliebten aufs schönste die Leviten liest, der die Kirschlust besingt und dem wir das längst überfällige Loblied auf das Etuikleid verdanken. So einfach und grad deshalb zeitlos elegant wie das ärmellose Kleid, das uns an die goldenen 60er Jahre erinnert, sind die Verse dieses Autors. Dafür rühmt ihn die Jury gern und verleiht Hellmuth Opitz den Menantes-Preis für erotische Dichtung 2016.

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